← Blog

Notizen aus der Werkstatt

Was kostet eine Website wirklich.

Nahaufnahme eines alten Apotheker-Schranks mit hölzernen Schubladen
Foto von Matt Briney auf Unsplash.

Bei uns steht der Preis offen auf der Angebots-Seite: Festpreis für die Erstellung, Pauschale für die Pflege, schwarz auf weiß und ohne Sternchen. Das ist die kurze Antwort. Sie ist nur deshalb so kurz, weil wir die längere Rechnung verstanden haben. Diese längere Rechnung ist der Grund, warum andere Anbieter die Frage nach den Kosten nicht in einem Satz beantworten können, und genau die erklärt dieser Beitrag, damit Sie unser Angebot mit jedem anderen ehrlich vergleichen können. Drei Kostenarten, über fünf Jahre gerechnet, auf die es ankommt.

Die drei Kostenarten.

Eine Website verursacht über ihre Lebensdauer drei Arten von Kosten.

Die erste Art ist die Erstellung. Das ist der Betrag, den Sie zu Beginn bezahlen, sei es einmalig an eine Agentur, einen Festpreis-Anbieter, oder gar nicht, wenn Sie sich selbst durch einen Baukasten klicken. Diese Zahl steht in jedem Angebot vorne. Sie ist auch die einzige, über die meistens gesprochen wird.

Die zweite Art ist die Pflege. Eine Website ist kein Möbel, das man einmal ins Wohnzimmer stellt und danach in Ruhe lässt. Sie braucht Hosting, Sicherheits-Updates, Sicherungen, gelegentliche Anpassungen: neue Mitarbeiter, geänderte Öffnungszeiten, ein neues Bild von der Werkstatt. Diese Kosten laufen Monat für Monat. Bei einer Agentur sind sie meistens nach Stundensatz, bei einem Baukasten als Abo, bei einer Manufaktur als Pauschal-Vertrag. Über fünf Jahre summieren sie sich häufig auf einen Betrag in der Größenordnung der Erstellung selbst, oder darüber.

Die dritte Art ist Ihre eigene Zeit. Sie ist die Kostenart, die nie in einem Angebot auftaucht und trotzdem regelmäßig unterschätzt wird. Workshops, in denen Strategie-Papiere besprochen werden. Stunden vor dem Baukasten am Wochenende. Telefonate über Korrektur-Schleifen. Mails mit der Agentur, in denen geklärt wird, was eigentlich vereinbart war. Wer als Inhaber einer Werkstatt in Dingolfing oder eines Gasthofs bei Deggendorf ehrlich rechnet, was eine eigene Arbeitsstunde im Betrieb wert ist, kommt schnell darauf, dass eine Workshop-Reihe oder ein paar Baukasten-Wochenenden die größte Kostenposition im ganzen Projekt werden können, auch wenn sie auf keiner Rechnung auftaucht.

Aufgeschlagenes Notizbuch mit Bleistift auf einem Holztisch
Foto von Jan Kahánek auf Unsplash.

Warum fünf Jahre die richtige Klammer sind.

Wir reden hier nicht über die Kosten des ersten Jahres. Wir reden über das, was eine Website Sie tatsächlich kostet, bis Sie wieder über eine neue nachdenken. In unserer Erfahrung sind das vier bis sechs Jahre. Was eine Website im ersten Jahr kostet, ist eine Zwischenfrage. Die richtige Frage ist: was zahle ich, wenn ich am Ende der fünf Jahre zurückblicke?

In dieser Klammer wird die Rechnung anders. Eine billige Seite, die im ersten Jahr nichts kostet, kann über fünf Jahre teurer ausgehen als eine, die am Anfang eine ehrliche Summe verlangt und danach Ruhe gibt. Ein Festpreis ohne Folgekosten ist über fünf Jahre günstiger als ein scheinbar günstiger Einstieg, der für jede Änderung Stunden in Rechnung stellt.

„Was eine Website im ersten Jahr kostet, ist eine Zwischenfrage."

Die drei Wege im Vergleich.

Wir haben die drei Wege (Manufaktur, Agentur, Baukasten) bereits an anderer Stelle inhaltlich unterschieden. Im Geld sehen sie über fünf Jahre so aus.

Der Weg über eine Agentur verlangt eine substantielle Anfangs-Investition und läuft danach mit dem Stundensatz weiter. Jede Änderung (ein neuer Mitarbeiter auf der Team-Seite, ein geänderter Leistungs-Block, ein neues Bild) wird abgerechnet. Hinzu kommt häufig nach drei Jahren der Druck zum Re-Design, weil das Design veraltet wirkt oder die Technik nicht mehr trägt. Wer ehrlich nachrechnet, kommt im fünften Jahr selten bei der Zahl heraus, die im ursprünglichen Angebot stand; die Folgestunden über die Jahre summieren sich häufig in einer Größenordnung, die das Erst-Projekt erneut übertrifft.

Der Weg über einen Baukasten sieht aus wie der günstigste und ist es bei genauem Hinsehen oft nicht. Die Abo-Gebühr ist gering. Was kostet, ist Ihre eigene Zeit: Bilder zuschneiden, Texte korrigieren, Plugins aktualisieren, neue Bewertungen einpflegen, Layout-Probleme reparieren. Nach unserer Erfahrung sind das je nach Betrieb ein paar Stunden im Monat. Multipliziert mit Ihrem Stundenwert und mit fünf Jahren wird daraus ein Posten, der die anderen beiden Wege leicht übertrifft; nur sehen Sie ihn nicht, weil er auf Ihrem Kalender steht und nicht auf einer Rechnung.

Der Weg über eine Manufaktur ist auf Vorhersehbarkeit gebaut. Ein Festpreis zu Beginn, eine Pauschale für die Pflege, und sonst nichts; bei uns finden Sie beide Beträge offen im Angebot. Über fünf Jahre können Sie verlässlich überschlagen, was Sie ausgeben werden: der Festpreis einmal, die Pflege-Pauschale monatlich. Die Pauschale gilt mindestens zwölf Monate; danach kann sie sich ändern, angekündigt mit acht Wochen Vorlauf. So steht es in den Leistungsbedingungen. Die eigene Zeit, die wir einplanen, sind eine halbe Stunde Erstgespräch, ein paar Mails und zwei Freigaben: eine für die Gestaltung, eine für die Texte. Mehr nicht. Wenn unterwegs etwas geändert werden muss (neue Mitarbeiter, neue Bilder, neuer Leistungs-Block), passiert das im Rahmen der Pflege, ohne neue Rechnung.

Die drei Wege im Fünf-Jahres-Vergleich
Kostenart Manufaktur Agentur Baukasten
Erstellung Projektpreis, danach offen scheinbar kostenlos
Laufende Kosten Stundensatz je Änderung Abo-Gebühr
Ihre eigene Zeit Projektleitung nebenbei nach unserer Erfahrung ein paar Stunden im Monat
Im fünften Jahr Folgestunden, oft ein Re-Design Ihre Zeit ist der größte Posten

Versteckte Kosten, die jeder kennt, aber niemand benennt.

Vier Posten tauchen in keinem Erst-Angebot auf und entscheiden trotzdem regelmäßig über die Gesamt-Rechnung.

Eigenarbeit. Wer einen Baukasten nutzt, wird selbst zum Webdesigner. Wer eine Agentur beauftragt, wird selbst zum Projektleiter. Beide Rollen sind Vollzeit-Berufe, und Sie machen sie nebenbei.

Stunden für Änderungen. Was im Erst-Projekt enthalten ist, ist in jedem Angebot dokumentiert. Was passiert, wenn Sie später etwas ändern möchten, steht meistens nicht da. Fragen Sie vor Vertragsabschluss nach dem Stundensatz und einer Beispiel-Rechnung für eine typische Änderung. Die Antwort allein ist oft schon aufschlussreich.

Re-Design nach drei Jahren. Viele Websites altern technisch und gestalterisch schneller als gedacht. Wer in fünf Jahren einmal neu bauen muss, hat die Rechnung doppelt. Eine Manufaktur-Seite ist gestalterisch so gebaut, dass sie länger trägt; das ist nicht Werbung, sondern Pflicht.

Die kaputte Seite. Der teuerste Posten von allen taucht nirgendwo auf: eine Seite, die nicht funktioniert. Sie zählt nicht in Euro, sondern in Anfragen, die nicht ankommen, Bewerbern, die Sie nicht finden, Kunden, die zur Konkurrenz gehen. Eine sichtbar veraltete Website kostet schweigend, jeden Tag, und der Betrag ist über fünf Jahre regelmäßig höher als die Erstellung einer neuen.

Wie Sie ehrlich vergleichen.

Wenn Sie unser Angebot mit anderen vergleichen, vergleichen Sie mit fünf Jahren im Blick. Vergleichen Sie nicht die Erstellung mit der Erstellung, sondern die ganze Rechnung mit der ganzen Rechnung. Rechnen Sie die Pflege-Kosten der nächsten fünf Jahre dazu. Rechnen Sie Ihre eigene Zeit mit. Rechnen Sie ehrlich.

Unsere beiden Beträge stehen offen im Angebot: kein Sternchen, kein „individuelles Angebot", keine Verhandlung. Wir haben nicht vor, daran zu drehen; sollten wir den Monatsbetrag je anpassen, sagen wir es rechtzeitig, und Sie können monatlich kündigen. Genau deshalb können wir die kurze Antwort geben, die andere nicht geben können: weil wir die lange schon zu Ende gerechnet haben.

„Die teuerste Website ist die billige, die nicht funktioniert."

Was wir daraus mitnehmen.

Eine ehrliche Antwort auf die Preis-Frage hat zwei Teile: eine kurze Zahl und eine längere Erklärung. Die kurze Zahl steht bei uns offen im Angebot. Die längere Erklärung ist das, was Sie gerade gelesen haben. Wer Ihnen die kurze Zahl verweigert, hat sich entweder die längere Erklärung nicht erarbeitet, oder er hat einen Grund, sie für sich zu behalten. Bei uns liegen beide Teile offen, der Vertrag ist kurz, und die Rechnung lässt sich für das fünfte Jahr genauso aufstellen wie für das erste. Das ist nicht der billigste Weg. Es ist der, bei dem Sie wissen, was Sie zahlen.